Montag, 15. November 2010

Rürup verteidigt Rente mit 67 - ein Verzicht hätte Wachstumsverluste zur Folge


Saarbrücken - Der ehemalige Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Bert Rürup, hat vor negativen Folgen für die Konjunkturentwicklung gewarnt, falls die geplante Heraufsetzung des Renteneintrittsalters gekippt würde.
"Ein Verzicht auf die mit der Rente mit 67 verbundene längere 
Lebensarbeitszeit hätte jährliche Wachstumsverluste von bis zu 0,3 
Prozent zur Folge", sagte Rürup der "Saarbrücker Zeitung" 
(Montag-Ausgabe).

   Die Rente mit 67 werde erst ab 2029 voll wirksam und nicht schon 
2012, erläuterte Rürup. "Deshalb ist es wenig seriös, aus einer 
aktuellen Blitzlichtaufnahme des Arbeitsmarktes ein negatives 
Szenarium für die zukünftige Entwicklung abzuleiten", meinte er im 
Hinblick auf jüngste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.  Aus 
demografischen Gründen würden in den nächsten Jahrzehnten jährlich 
bis zu 150 000 ältere Arbeitnehmer mehr aus dem Arbeitsmarkt 
ausscheiden, als jüngere nachrückten. "Dies wird auf jeden Fall die 
Beschäftigungschancen der Älteren verbessern", sagte Rürup.

   Eine nach ihm benannte Expertenkommission hatte bereits vor sieben
Jahren eine Anhebung des Renteneintrittsalters um zwei Jahre 
empfohlen. Ein entsprechendes Gesetz war dann von der großen 
Koalition im Jahr 2007 beschlossen worden.

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